• Link zu Facebook
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • kontakt
worthauerei: beratung, konzept und text für die unternehmenskommunikation
worthauerei
  • corporate publishing
  • web, werbung & pr
  • content marketing für kmu
  • annette lindstädt
  • referenzen
  • blog
  • Menü Menü

eat it or delete it

12. Juni 2012/in glossen & kolumnen, selbst&ständig/von annette lindstädt

Ich gestehe: Ich lästere manchmal per E-Mail. Aber nur ein klitzekleines bisschen. Ich schwör‘s! Zu diesem Zwecke haben die Lieblingskollegin und ich einen Code eingeführt, der die Mail als Lästermail kennzeichnet. Twitterer würden vermutlich ein Hashtag #lästerei setzen. Andere Social-Media-Affine schrieben als Disclaimer vielleicht „Achtung, Lästercontent!“ Nicht so wir. Wir sind altmodisch: Schreibe ich eine Mail an die virtuelle Büronachbarin, die vom streng beruflichen Inhalt ganz ausnahmsweise mal in eine persönlich-bewertende Richtung driftet, steht im PS: „Bitte Mail nach Erhalt aufessen.“ Wenn es ganz schlimm ist, schreib ich das statt der Anrede hin. Oder gleich in den Betreff. Damit sie sofort weiß, womit sie rechnen darf.

Das ist natürlich totaler Quatsch. Das mit dem Aufessen, meine ich. Wie soll das gehen? Ausdrucken und das Papier essen? Schlecht für die Umwelt und die Verdauung. Und die E-Mail selbst wäre ja trotzdem noch da (ganz so altmodisch sind wir dann doch nicht, als dass wir das nicht wüssten). Elektronisch. Virtuell, aber doch irgendwie existent. In ihrem Mailprogramm. Und in meinem, bei den gesendeten Objekten. Wie ein Gespenst, buuuuh!

Betrachtet man diese eigentlich sinnlose Aufforderung jedoch genauer, zeigt sie jenseits der fehlenden praktischen Sinnhaftigkeit, wie wir gestrickt sind. Wir gehören eben einer Generation an, die durch Korrespondenz auf Papier sozialisiert ist. Mitteilungen an die Versicherung, die Krankenkasse, den Liebsten – das bannten wir trotz Waldsterben auf dieses Relikt des letzten Jahrhunderts, und oft sogar mit der Hand! Das mit dem Mailen ist ja nur ein Fliegenschiss der Geschichte, gemessen an der jahrhundertelangen Praxis des Schreibens auf Papier. So leicht schüttelt man das nicht ab. Außerdem sind wir von Agentenfilmen der 1970er-Jahre geprägt, in denen nicht selten schriftliche Beweisstücke aufgegessen wurden, um einer Entdeckung zu entgehen. Was war das damals noch einfach!

Denn auf den ersten Blick mag es zwar viel leichter erscheinen, eine E-Mail zu vernichten. Delete drücken, fertig. Aber was, wenn die Empfängerin das nicht macht? Sie muss sie ja noch nicht mal böswillig weiterleiten – zum Beispiel an das belästerte Subjekt. Da sei das gegenseitige Vertrauen vor, dass das nicht passiert. Aber stellen wir uns mal vor, sie macht so gewissenhaft Datensicherung, dass die Mail mit dem fiesen Inhalt jahrzehntelang von Festplatte zu Festplatte weitergespeichert und womöglich zwischendrin noch auf DVD gebrannt wird, sodass nachfolgende Generationen sie vielleicht sogar mehrfach auffinden könnten? Und meine Enkel lesen dann Auslassungen wie „Hast Du das von der Kollegin aus B. gelesen? So eine Ziege!“ oder „Die Kundin hat das Konzept immer noch nicht kapiert. Ob es an der Haarfarbe liegt?“ Wie peinlich! Da bleibt mir der nächste Lästercontent glatt in der Tastatur stecken.

Und selbst wenn wir sie beide löschten: Zu glauben, sie wäre dann wirklich weg, ist bestenfalls naiv. Man muss ja heute kein Mitglied im Chaos Computer Club mehr sein, um Gelöschtes mit irgendwelchen schlauen Tools wiederherstellen zu können. Jede CD-Beilage des dümmsten PC-Heftchens enthält sowas mittlerweile. Jaja, das dauerhafte Löschen ist eine echte Wissenschaft geworden. Gilt übrigens auch für Verflossene, mit denen man sich zur aktiven Zeit unvorsichtigerweise auf allen Kanälen verbandelt hat. Bis man diese Spuren alle ausgetreten hat, ist man echt beschäftigt! Und am Ende poppt der Ex dann wie ein Untoter über Google+ oder Wer-kennt-wen wieder hoch, weil man diese Accounts schon längst vergessen hatte. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Wissen Sie was? Das ist mir alles zu anstrengend. Ich ess‘ die Mail einfach auf.

The following two tabs change content below.
  • Bio
  • Neueste Artikel
Mein Twitter-ProfilMein Facebook-ProfilMein Google+-ProfilMy LinkedIn profile

annette lindstädt

Texterin, Redakteurin, Bloggerin. Liefert Konzept, Text und Redaktion für Web, Werbung und Corporate Publishing. Bloggt hier übers Leben und Texten und dort übers Reisen: rumreiserei
Mein Twitter-ProfilMein Facebook-ProfilMein Google+-ProfilMy LinkedIn profile

Neueste Artikel von annette lindstädt (alle ansehen)

  • salamitaktik - 10. Dezember 2018
  • #ausstieg kreativ – warum ich wissen will, wie kreative ihre berufliche restlaufzeit planen - 12. November 2018
  • workshops in heidelberg: einführung social media und texten fürs web - 10. Juni 2018
Schlagworte: lustig!
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf LinkedIn
https://worthauerei.de/wp-content/uploads/2012/06/entfernen.jpg 296 502 annette lindstädt https://worthauerei.de/wp-content/uploads/2013/04/worthauerei-rgb_gr.png annette lindstädt2012-06-12 20:56:142014-02-21 13:24:47eat it or delete it
2 Kommentare
  1. Nik sagte:
    13. Juni 2012 um 9:28

    Hi Annette,

    spannendes Thema, gut aufgerissen. Sehr wahrscheinlich ist die Geschichte des Schreibens insgesamt eine Geschichte des Löschens. Lästerliches ist dabei auch zur Berühmtheit gelangt:
    Durch die Kunst, die durch Auflösung entsteht. Berühmtestes Beispiel ist Rauschenbergs Ausradierung eines Werkes von de Kooning, welches dann selbst als Kunstobjekt zur Berühmtheit wurde:
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,553127,00.html

    Unter dem Gelöschten verbirgt sich – sichtbar unsichtbar – das Wissen um das gewesene Kunstwerk. Wir betrachten hier das “Wissen” und bewundern die “Technik” des Löschen des Kunstwerks, denn ebenso wie das Kunstwerk, war dessen Löschen eine Kunst – es war technisch sehr anspruchsvoll, das Werk zu löschen, ohne die Trägersubstanz zu zerstören.
    Eine andere Art des Aufessens ;-))
    LG
    Nik

  2. HBaller sagte:
    13. Juni 2012 um 9:44

    Meine nächtliche Assoziation: Das Palimpsest – hier nur virtuell und ebenso dechiffrierbar wie die originale aus Pergament aus Altertum und Mittelalter. Sehr schön!

Kommentare sind deaktiviert.

themen

arbeit ausstieg ausstiegsplanung beruf bloggen blogger schenken lesefreude blogparade blogwichteln briefing carla wagener corporate publishing doof! familie freestyle freiberufler freizeit heidelberg home-office hund kommunikation kreativtechnik kundenmagazin literatur lustig! musik natur netzwerken netzwerk texttreff niederländisch planung reisen rezension schreibcoaching selbstmanagement silvester social media sprache success story texten unternehmenskommunikation verlosung webtext weiterbildung werbetext workshop

kategorien

abgelegt

das gibt’s bei der worthauerei

  • corporate publishing
  • web, werbung & pr
  • content marketing für kmu

kategorien im blog

  • Allgemein
  • arbeitsproben
  • corporate publishing
  • dies&das
  • fundstücke
  • glossen & kolumnen
  • kleine leute
  • netzwelt
  • privat
  • selbst&ständig
  • texthandwerk
  • unternehmenskommunikation
  • viecher

impressum & datenschutz

impressum
datenschutz

kontakt

worthauerei
konzept | text | redaktion
annette lindstädt
mail an die worthauerei

© copyright worthauerei - powered by Enfold WordPress Theme
  • corporate publishing
  • web, werbung & pr
  • content marketing für kmu
Link to: echt prima Link to: echt prima echt prima Link to: einladung für ein vip-event Link to: einladung für ein vip-event einladung für ein vip-event
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

OKWeitere Informationen

Cookie- und Datenschutzeinstellungen



Wie wir Cookies verwenden

Wir können Cookies anfordern, die auf Ihrem Gerät eingestellt werden. Wir verwenden Cookies, um uns mitzuteilen, wenn Sie unsere Websites besuchen, wie Sie mit uns interagieren, Ihre Nutzererfahrung verbessern und Ihre Beziehung zu unserer Website anpassen.

Klicken Sie auf die verschiedenen Kategorienüberschriften, um mehr zu erfahren. Sie können auch einige Ihrer Einstellungen ändern. Beachten Sie, dass das Blockieren einiger Arten von Cookies Auswirkungen auf Ihre Erfahrung auf unseren Websites und auf die Dienste haben kann, die wir anbieten können.

Notwendige Website Cookies

Diese Cookies sind unbedingt erforderlich, um Ihnen die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen zur Verfügung zu stellen.

Da diese Cookies für die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen unbedingt erforderlich sind, hat die Ablehnung Auswirkungen auf die Funktionsweise unserer Webseite. Sie können Cookies jederzeit blockieren oder löschen, indem Sie Ihre Browsereinstellungen ändern und das Blockieren aller Cookies auf dieser Webseite erzwingen. Sie werden jedoch immer aufgefordert, Cookies zu akzeptieren / abzulehnen, wenn Sie unsere Website erneut besuchen.

Wir respektieren es voll und ganz, wenn Sie Cookies ablehnen möchten. Um zu vermeiden, dass Sie immer wieder nach Cookies gefragt werden, erlauben Sie uns bitte, einen Cookie für Ihre Einstellungen zu speichern. Sie können sich jederzeit abmelden oder andere Cookies zulassen, um unsere Dienste vollumfänglich nutzen zu können. Wenn Sie Cookies ablehnen, werden alle gesetzten Cookies auf unserer Domain entfernt.

Wir stellen Ihnen eine Liste der von Ihrem Computer auf unserer Domain gespeicherten Cookies zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen können wie Ihnen keine Cookies anzeigen, die von anderen Domains gespeichert werden. Diese können Sie in den Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers einsehen.

Google Analytics Cookies

Diese Cookies sammeln Informationen, die uns - teilweise zusammengefasst - dabei helfen zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und wie effektiv unsere Marketing-Maßnahmen sind. Auch können wir mit den Erkenntnissen aus diesen Cookies unsere Anwendungen anpassen, um Ihre Nutzererfahrung auf unserer Webseite zu verbessern.

Wenn Sie nicht wollen, dass wir Ihren Besuch auf unserer Seite verfolgen können Sie dies hier in Ihrem Browser blockieren:

Andere externe Dienste

Wir nutzen auch verschiedene externe Dienste wie Google Webfonts, Google Maps und externe Videoanbieter. Da diese Anbieter möglicherweise personenbezogene Daten von Ihnen speichern, können Sie diese hier deaktivieren. Bitte beachten Sie, dass eine Deaktivierung dieser Cookies die Funktionalität und das Aussehen unserer Webseite erheblich beeinträchtigen kann. Die Änderungen werden nach einem Neuladen der Seite wirksam.

Google Webfont Einstellungen:

Google Maps Einstellungen:

Google reCaptcha Einstellungen:

Vimeo und YouTube Einstellungen:

Andere Cookies

Die folgenden Cookies werden ebenfalls gebraucht - Sie können auswählen, ob Sie diesen zustimmen möchten:

Datenschutzrichtlinie

Sie können unsere Cookies und Datenschutzeinstellungen im Detail in unseren Datenschutzrichtlinie nachlesen.

datenschutz
Zum Ändern Ihrer Datenschutzeinstellung, z.B. Erteilung oder Widerruf von Einwilligungen, klicken Sie hier: Einstellungen